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Bronchien
täglich attackiert
Im Brustkorb findet sich das einzige Organsystem des Menschen,
das ein Leben lang Sekunde um Sekunde intensiven Austausch mit
seiner Umgebung pflegt: Die Lunge mit ihrem fein verästelten
Bronchialsystem. Allerdings gerät neben dem lebenswichtigen
Luftsauerstoff mit jedem Atemzug auch eine unüberschaubare
Zahl von Krankheitserregern und Schadstoffen in dieses System
von Luftröhrenverzweigungen und Lungenbläschen. Entsprechend
viel Kundschaft führt dieses Phänomen in die Arztpraxen.
Erkältet?
der Ton macht die Diagnose
Zwar wehrt ein gesunder Erdenbürger die meisten dieser Attacken
auf sein Bronchialsystem problemlos ab, doch dieser Prozeß
geht meist mit Husten einher. Das Standardprogramm beim Arzt schreibt
deshalb das Abhorchen und Abklopfen des Brustraumes vor, von Profis
auch Auskultieren und Perkutieren genannt. Ein gesundes,
infektfreies Bronchialsystem leitet den Klang ein- und ausstrsmender
Luft ohne weitere Nebengeräusche über die Wand des Brustkorbes
an das ärztliche Stethoskop weiter.
Farbige Hinweise auf Viren und Bakterien
Im Fall einer Erkältung dagegen sorgt das Übermaß
an Schleim in den Bronchien für ein buntes Bild an Rasselgeräuschen.
Zusätzliche, optische Informationen steuern die materiellen
Ergebnisse des Hustens bei: Eine schlichte Virusinfektion offenbart
sich durch einen zarten Grünton des Schleimes; sind Bakterien
beteiligt, zeigen sie sich dem kundigen Betrachter durch die gelbe
Farbe.
Bakterielle
Zweitinfektion bringt Ärzte auf Trab
Das Gefühl, wirklich gebraucht zu werden, keimt im Arzt auf,
wenn er feststellt, daß sich zu einer virenbedingten Bronchitis
eine sogenannte bakterielle Zweitinfektion gesellt hat und womsglich
noch Fieber besteht. Bei einigen Patienten muß der Doktor
mit Hilfe seines Rsntgenapparates prüfen, ob eine Lungenentzündung
im Anmarsch ist. Besonders hartnäckig halten sich Infekte
der oberen Atemwege und Bronchialasthma bei Zeitgenossen, die
es noch nicht begriffen haben, obwohl sogar die - auch von der
Tabaksteuer bezahlten - EG-Gesundheitsminister auf der Zigarettenschachtel
darauf hinweisen: Tabakrauch schädigt die Gesundheit. Unter
anderem wegen der gestsrten Reinigungsfunktion und permanenten
Reizung der Atemwege. Und nicht allein sich selbst schädigen
die unerbittlichen Raucher, sondern obendrein ihre Mitmenschen.
Besonders unverständlich ist die Kombination von asthmakranken
Kindern und vollen Aschenbechern im Wohnzimmer, die Haus- wie
Notärzte aus der Fassung bringt.
Thema
Rauchen macht Ärzte müde
Doch viele Ärzte fühlen sich beim Thema Rauchen
furchtbar müde: Abertausende Mal schon hat Dr. med. Don Quichote
seine Patienten in weitschweifenden, fruchtlosen und unbezahlten
Diskussionen vor diesem Laster gewarnt. Bleibt ihm der Trost,
daß es ohne den Tabak sicherlich nur halb so viele Bronchitis-Kunden
gäbe.
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