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In
der Praxis nicht zu vermeiden: die
Patienten
Wie öd und leer wären Praxis und Schatulle der Ärzte
ohne die lieben Patienten. Gleichwohl wünscht der Arzt den
einen oder anderen dahin, wo der Pfeffer wächst - nur zugeben
würde es der Herr Doktor nicht. Denn lieber gute Miene zu
manch bösem Spiel machen, als vorschnell einen Kunden verlieren.
Denn was früher zu Zeiten des papiernen Krankenscheines einige
Mühe bereitete, der Arztwechsel, ist heute dank Chipkarte
zum Spaziergang geworden: Die Freiheit nehm´ ich mir.
denkt sich der Patient und sucht sich einen anderen Arzt. Wann
er will und sooft er will. Schließlich ist er Herr über
sein Plastikkärtchen, und die sichert ihm jederzeit offene
Türen in allen Arztpraxen der Republik.
Doctor
hopping macht Ärzte fügsam
Was Mediziner salopp Doctor hopping nennen (Patienten
wechseln oft den Arzt; Ärztespringen wäre
mißverständlich), hat schon so manchen Weißkittel
zu übertriebener Dienstleistung am Patienten bewogen. Kein
Stärkungsmittel trotz meiner Grippe? Und mit
der Schnittwunde am kleinen Finger soll ich arbeiten? Aber
sie sind ja nunmal krank, die lieben Patienten, und obendrein
wartet die ärztliche Konkurrenz schon auf sie.
Der kundige Mediziner hat deshalb für alles und jeden Verständnis
ohne eine Spur von Verwunderung oder gar Mißvergnügen.
Außerdem: Ärzte gehören einer besonderen Kaste
an, sind unfehlbar und häßliche Dinge über ihre
Patienten denken sie niemals! Und sie sind unsagbar froh darüber,
daß sich beileibe nicht alle Patienten so schwierig geben,
die da tagein tagaus den Arzt frequentieren.
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