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Von
Kopf bis Fuß: die Leiden des Menschen
Der
Kopf, und wenn er weh tut
Aug'
in Auge
Hälse, Nasen und Ohren
Der Atmungsapparat: bazillen-Einfallstor
Das Herz: Poesie und Infarkt
Der Kreislauf: macht Druck
Der Bauch: durch dick
und dünn
Der Rücken: das Kreuz
der Nation
Körper und Seele: Hand in
Hand
Körper und Umwelt: Armut
macht krank, Reichtum auch
Die Grenzen ärztlicher
Kunst
Der Unterschied zwischen
Heiler und Scharlatan
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Darf
die Ohren lang ziehen: der HNO-Arzt
Um einem Mißverständnis vorzubeugen: einen Ohrologen
gibt es nicht. Er heißt allenfalls Urologe und interessiert
sich dann nur für Harnwege und Nieren. Der Hals-Nasen-Ohrenarzt,
griffig HNO-Arzt genannt, darf dagegen wie auch der
Hausarzt an den Ohren ziehen. Er tut dann nur seine Pflicht: Mit
dem Otoskop, sprich Ohrenlampe, will er einen Blick auf das Trommelfell
werfen. Doch der äußere Gehörgang verläuft
leicht geschwungen; eine clevere Einrichtung des Körpers
zum Schutz vor Schäden von außen, die allerdings den
direkten Blick verhindert. Werden nun die Ohren ein wenig langgezogen,
biegt sich der Gehörgang gerade und schon schaut der Arzt
geradewegsauf's Trommelfell.
Winterzeit
ist HNO-Hochsaison
Im Winter schlägt das Herz von Haus- und HNO-Ärzten höher: Dann
gehört der Blick in schmerzende Ohren zum Standardprogramm: Eine
Mittelohrentzündung zeigt sich leicht durch ein gerötetes Trommelfell
oder durch Flüssigkeit, die sich im Mittelohrraum gebildet hat
und nun durch das Trommelfell scheint oder es gar vorwölbt. Kein
Wunder, daß Schmerzen hier zum Krankheitsbild gehören und obendrein
Ohrgeräusche wie Pfeifen und Rauschen auftreten können. Spätestens
bei diesen Symptomen macht sich ein guter Patient auf den Weg
zu einem Arzt, denn die Ohren können es verdammt übel nehmen,
wenn man sie vernachlässigt.
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Pfeifen,
Rauschen, Knacken: nicht Mittelwelle sondern Mittelohr-Entzündung
Das bisweilen deutliche Knack-Geräusch in den Ohren ist dagegen
harmlos. Es tritt auf, wenn die sich bei Erkältungsinfekten oft
zugeschwollene Verbindung von Rachenraum zum Mittelohr - Eustachische
Röhre genannt - wieder öffnet.
Alle
Jahre wieder: Husten, Schnupfen, Heiserkeit
Apropos kalte Jahreszeiten: Sie führt den Ärzten reichlich
Kundschaft zu. Husten, Schnupfen und Konsorten legen Jahr für
Jahr die Diagnose Grippaler Infekt nahe. Verursacht
werden diese Infekte durch mehr oder weniger harmlose, für
Ärzte gleichwohl nützliche Erkältungsviren. In
zahlreichen Variationen und immer neuen Verkleidungen ihrer Hülle
schleichen sie sich über die Schleimhäute von Hals,
Nasen-Rachenraum (genannt die oberen Luftwege) und
Bronchien (genannt die unteren Luftwege) ein. Diesen
ersten Kampf mit den unsichtbaren Eindringlingen nimmt der Mensch
als Fieber wahr. Eine generelle Therapie gibt es nicht. Gegen
Fieber und Kopf- und Gliederschmerzen helfen ASS oder Paracetamol
sowie ausreichend Flüssigkeit, um den Körper bei seiner
Auseinandersetzung mit den Eindringlingen zu unterstützen.
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Krank
dank grippalem Infekt
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Als
Begleitsymptome gehen bereits mit eigentlich harmlosen Erkältungen,
so zeigt die Praxiserfahrung, akute Arbeitsunlust und der Wunsch
nach Krankschreibung einher. Als Massenphänomen kann dies auch
einem Arzt nicht recht sein. Schließlich nimmt auf Dauer die Volkswirtschaft
daran Schaden - und mit ihr auf lange Sicht auch das ärztliche
Honorar. Und überhaupt: Als kleiner Selbständiger muß er sich
schließlich auch tagein tagaus abrackern. Und niemand schreibt
ihn krank.
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Riskanter
Blick in den Schlund
Bei einer Erkältung beginnt das ärztliche Untersuchungsprogramm
meist mit einem tiefen Blick in den Mund. Mit Sagen
Sie mal AAA! will der Doc keineswegs die Stimme seines Patienten
testen. Vielmehr muß schon wieder ein kleiner Trick herhalten
und für bessere Sicht sorgen, denn durch diese Aktion hebt
sich der hintere Teil des Gaumens und gibt den Blick auf die Rachenhinterwand
und die Mandeln frei, sofern noch vorhanden. Bei dieser risikoreichen
Untersuchung geht ein erfahrener Arzt rechtzeitig in Hab-Acht-Stellung,
denn nach dieser Provokation des hinteren Rachens zeigt sich bisweilen
ganz spontan ein Schwall materialisierter Übelkeit. Bleibt
dies allen Beteiligten erspart, zeigen die Mandeln ihr wahres
Gesicht: Bei Erkältungen sind sie oft gerötet, bei echten
Mandelentzündungen dagegen vergrößert, meist mit
ein wenig Eiter auf der Oberfläche. Der Arzt muß jetzt
die manchmal recht schwierige Frage beantworten, ob es sich hierbei
noch um eine Viruserkrankung handelt oder ob Bakterien im Spiel
sind; immer wieder gern dabei sind zum Beispiel die Scharlacherreger.
Gegen Viren helfen keine Pillen
Während gegen Viren keine Pillen helfen, läßt
sich den Bakterien mit Antibiotika, zum Beispiel Penicillin, Paroli
bieten. Gegen die lästigen Halsschmerzen wappnet man sich
mit schmerzstillenden Lutschpastillen aus der Apotheke, einem
wärmenden Halstuch und ein wenig Geduld.
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Viren
und Bakterien
Viren sind winzig kleine, nur unter dem Elektronenmikroskop sichtbare
Teilchen mit einem Durchmesser von nur etwa 100 Millionstel Millimeter.
Handikap des Virus und zugleich Ursache aller Viruserkrankungen
beim Menschen ist die Tatsache, daß sich das arme Ding nicht selbst
vermehren kann. Wie ein Parasit übernimmt das Virus das Kommando
in der befallenen Zelle und läßt von dieser Leihmutter fleißig
neue Viren produzieren. Die wiederum befallen andere Zellen und
so weiter. Der angegriffene Körper wehrt sich aber nach Leibeskräften.
Die Abwehr des Körpers zeigt sich als Fieber. Die Krankheitssymptome
bessern sich meist innerhalb weniger Tage, da diese Art Viren
nur sehr kurz im Körper überleben kann. Die Arbeitgeber wissen,
daß dieser Prozeß Jahr für Jahr zu milliardenschwerem Arbeitsausfall
führt. Doch die Viren können nicht anders: Um das Überleben ihrer
Nachkommen zu sichern, müssen sie dafür sorgen, daß sie möglichst
bald einen neuen Körper befallen und so die Erkältungswelle permanent
ingang halten. Ganz anders die Bakterien: Sie haben einen eigenen
Stoffwechsel und produzieren über die Zellteilung ihre Nachkommen
selbst. Sie suchen insbesondere Nistplätze, wo sie sich ernähren
und fortpflanzen können (und stehen deshalb den Menschen erheblich
näher als die Viren). Antibiotika wie Penicillin und deren verwandte
Stoffe greifen in den Stoffwechsel der Bakterien ein und vernichten
sie so. Gegen Viren ist noch kein künstliches Kraut gewachsen.
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