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Massenware:
anfangs von Apothekern nicht geschätzt
Gar nicht froh über den Boom der Massenware waren seinerzeit
die Apotheker, denn sie sahen ihre Existenz bedroht. Würden
ihre handgefertigten Pillen, Pulver und Oblaten womöglich
überflüssig? Wurden sie nicht. Heute verdienen die Apotheker
ihren Lebensunterhalt leichter und schneller mit dem Verkauf fertiger
Präparate. Doch während des Pharmaziestudiums büffeln
die angehenden Apotheker auch heute noch, wie sie Medikamente
selbst anfertigen, etwa anhand eines Rezeptes vom Arzt.
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Dennoch haben
diese Rezeptur-Arzneimittel eine gewisse Bedeutung bewahrt: Anders
als industrielle Massenware benötigen sie keine Zulassung
durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte,
solange der Apotheker nicht mehr als hundert Einheiten - Tabletten,
Pillen, Dragees oder Zäpfchen - pro Tag produziert.
Keine langwierige Zulassung für Rezepturarzneien
Das normale Zulassungsverfahren für ein neues Medikament
zieht sich über Monate und Jahre hin. Dank der Regelung,
daß Rezepturarzneien dieses mühselige und teure Verfahren
nicht durchlaufen muß, bleibt es überhaupt möglich,
daß ein Arzt ein Medikament individuell für einen Patienten
zusammensetzt. Doch diese Hintertür wird nicht ausschließlich
zu hehren Zwecken genutzt. Zum Beispiel hatte ein Arzt bis 1995
auf diese Weise offenbar lebensgefährliche Diätpillen
herstellen und überaus profitabel verkaufen können.
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