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Schon
mal beim Blutabnehmen fast ohnmächtig geworden? Oder so richtig
in Grund und Boden geschämt und rot angelaufen? Treiben Angst,
Wut, Streß und Ärger auch Ihren Blutdruck in die Höhe?
Kein Zweifel, Körper und Seele korrespondieren überaus
intensiv.
Hand in Hand: Körper und Seele
Das haben die Mediziner bereits um die Jahrhundertwende erkannt,
flugs von den alten Griechen die Fachbegriffe Psyche
(Seele) und Soma (Körper) entliehen und die Psychosomatik
aus der Taufe gehoben. Psychosomatik, das ist die Lehre von dem
Zusammenhang zwischen Körper und Seele.
Nur
zögerlich die Seele wahrgenommen
In den heutigen Sprechstundenalltag ziehen die gar nicht so neuen
Erkenntnisse allerdings eher zögerlich ein. Denn hierzulande
wird in erster Linie Schulmedizin praktiziert, die ärztliches
Handeln auf wissenschaftlich einwandfreie Fakten stellt. Einem
Arzt, der Dinge unterläßt - und sei es aus Überzeugung
-, die er laut Lehrbuch nicht hätte versäumen dürfen,
drohen Kunstfehler-Klagen, die ihn um Haus und Hof bringen könnten.
Also bemüht ein sorgsamer Mediziner im Zweifel zahllose Tests
und Untersuchungen. In die starren Raster fügt sich die menschliche
Seele aber nicht recht ein und steht deshalb bei der Ursachensuche
leicht hintan.
Seele
paßt nicht in starre Raster
Trotz alledem: Der Damm ist gebrochen und die Psychosomatik zieht
in das Bewußtsein ein. Zum Glück schwingt dabei das
Pendel nicht wieder ins andere Extrem: Die psychosomatische Medizin
vernachlässigt keineswegs die rein körperlichen Ursachen
einer Erkrankung. Wohl aber widmet sie der seelischen Seite die
gebührende Aufmerksamkeit und verfolgt ihren Einfluß
bei der Entstehung, im Verlauf und in der Therapie von Erkrankungen.
Mancher
Patient will Pillen statt Klarheit
Psychosomatische Erkrankungen lassen sich zumeist nicht nach dem
schlichten Schema eine Ursache - eine Pille behandeln.
Meist benötigt der Arzt mehrere Gespräche mit dem Patienten,
einerseits um sich selbst Klarheit zu verschaffen, andererseits
um auch den Patienten zu überzeugen. Schließlich fällt
es so viel leichter, Pillen gegen zu viel Magensäure zu schlucken,
als die eigene Konfliktsituation einzugestehen oder gar anzugehen.
Dabei kennt eigentlich jeder das gute Gefühl, sich seinen
Kummer von der Seele zu reden. Trotzdem gestaltet sich bisweilen
der Einstieg in solch ein Gespräch schwierig, denn sobald
der Arzt auf psychische Probleme zu sprechen kommt, hört
er allzuoft von seinem Patienten: Ich bin doch nicht verrückt!.
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