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Viele
Laster machen Hochdruck
Sie rauchen, trinken, sind keine 20 mehr? Haben Streß? Das
eine oder andere Grämmchen zuviel für ihre Größe?
Tja, noch ein Kandidat für Bluthochdruck (Hypertonie)
und ein Garant für langfristig regelmäßige Arztbesuche.
Zwei
Zahlen zeigen den Blutdruck
Gemessen wird der Blutdruck allen Ernstes in Millimetern - in
Millimeter Quecksilbersäule: Je stärker der Druck, desto
höher wird das flüssige Metall Quecksilber im Meßgerät
gedrückt. Ein Wert reicht nicht aus, erst zwei Zahlen beschreiben
den Blutdruck: die erste zeigt den Druck des Blutes beim Zusammenziehen
des Herzens (systolischer Wert), die zweite bei der
Erschlaffung (diastolischer Wert). 120 zu 80
lautet der Bilderbuchwert für den Blutdruck. Mit dem Alter
darf der Druck aber gern ein wenig steigen und gilt dann immer
noch als normal.
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Vorübergehend
darf der Druck steigen
Doch halt, nicht jeder gemessene Wert über der Norm bekommt
gleich den Stempel Bluthochdruck verpaßt. Ein
Anstieg des Blutdruckes bei körperlicher Anstrengung ist
völlig normal, zum Beispiel, wenn der Patient gerade erst
die zwei Treppen zur Praxis erklommen hat. Ebenso wenn Schmerzen
den Patienten plagen, er ängstlich oder aufgeregt ist. Erst
wiederholte Messungen von erhöhten Blutdruckwerten in ausgeruhtem
Zustand liefern eine zuverlässige Basis für die Diagnose
Bluthochdruck.
Wenn
der Arzt (Blut-)Druck macht
Die Suche nach den Ursachen gerät oft frustrierend. Gar nicht
so selten ist der sogenannte iatrogene Bluthochdruck.
Das heißt, der Blutdruck steigt (vor Aufregung) sobald der
Iatros (der Arzt), den Blutdruck messen will. In 80
Prozent der Hochdruck-Fälle liegt der sogenannte essentielle
Bluthochdruck vor. Essentiell bedeutet, daß
der Arzt keine Ahnung hat, woher das kommt und es wahrscheinlich
auch nie herausbekommen wird.
Ursache
unbekannt, Verbotsliste lang
Für die Arztpraxis ist so ein Blutdruck ein wahrer Segen,
denn der arme Hypertoniker zählt fortan zu den regelmäßigen
Kunden. Der Arzt verbietet seinem Hochdruck-Patienten erst einmal
Streß, Zigaretten, Alkohol, Kaffee und Kochsalz. Außerdem
heißt es abspecken. Wenn das nicht hilft, gibt es Medikamente.
Gern
vergessen: Blutdruck-Pillen
Hier macht sich ein Arzt oft Sorgen. Ihn quält die Frage,
ob sein Patient die Pillen auch tatsächlich schluckt. Schließlich
leiden die meisten Bluthochdruck-Patienten keine körperlichen
Beschwerden. Und wenn das Leiden nicht direkt kneift, werden die
Pillen gern vergessen. Der Doc darf dann nicht einmal zu sehr
schimpfen, sonst verliert er einen Kunden.
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Müd'
und schlapp? Sekt trinken
Anders
sieht es beim niedrigen Blutdruck aus, der Hypotonie.
Schlappheit und Schwindel, insbesondere beim Aufstehen, sind
die typischen Symptome, von denen speziell Jugendliche und große
schlanke Personen ein Lied singen können. Zwar ist er lästig,
der niedrige Blutdruck, aber harmlos und man kann damit hundert
Jahre alt werden. Ein paar kluge Ratschläge genügen
vollauf: abwechselnd kalt und heiß duschen, eine Tasse
Kaffee mehr, ein Glas Sekt am Morgen oder gar Sport treiben.
Kleine
Kreislauf-Kapriolen
Welche Kapriolen der Kreislauf sonst noch schlagen kann, zeigt
sich, wenn ein Patient während des Blutabnehmens plötzlich
ohnmächtig wird. Der Vorgang dauert nur wenige Sekunden,
ist harmlos und könnte selbst Supermann passieren, sofern
er entsprechend veranlagt wäre. Wer sich schon kennt, begibt
sich beim nächsten Blutabnehmen lieber gleich in die Horizontale.
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