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Gern
und viel wurde das damals neue Wundermittel eingesetzt. Doch ach,
es forderte Tribut mit Namen Nebenwirkungen:
Appetit- und Gewichtszunahme
Fettanlagerung am Körper
aufgedunsenes Vollmondgesicht
Blutdrucksteigerung
Wassereinlagerung
Akne
Hautverfärbungen und
Pergamenthaut
Verminderung des Kalkgehalts
in den Knochen
Glücksgefühl (Suchtgefahr)
Überholt: Cortison-Angst
Der Cortison-Euphorie folgte der Katzenjammer, die Cortison-Angst
ging um. Kaum ein Arzt mag heute mehr den Namen dieses Wirkstoffes
in den Mund nehmen, zu viele Patienten haben schon Feurio geschrien,
ob er sie denn vergiften wolle mit dem Teufelszeug. Dabei ist
das Schnee von gestern. Bewußt und gezielt eingesetzt lassen
sich Nebenwirkungen nahezu auf Null reduzieren, während der
Nutzen bleibt. Dafür wurden zahlreiche Cortisone unterschiedlicher
Stärke entwickelt: Ein kräftiges Cortison wirkt etwa
200mal intensiver als ein leichtes Präparat.
Nebenwirkungen
vermeidbar
Seit kurzem steht den Ärzten die sogenannte vierte
Generation der Cortisone wie Advantan zur Verfügung:
Eine Vorform solch eines Cortisons ist darauf eingerichtet, leicht
in die Haut einzudringen. Dort, direkt am Einsatzort, wandelt
es sich die in aktive Cortisonform um. Nach der erwünschten
Wirkung an Ort und Stelle wird es inaktiv, deshalb bleiben andere
Körperbereiche von Auswirkungen verschont. Die Gefahr der
Nebenwirkungen wurde dadurch extrem verringert.
Dennoch:
Vorsicht beim Do-it-yourself
Doch nicht alle Leute zücken Kruzifix und Knoblauch, sobald
das Wort Cortison fällt. Im Gegenteil, sie schreiten
zum Do-it-yourself und benutzen zum Beispiel die Cortisonsalbe
von der besten Freundin, der es doch auch so schön geholfen
hat. In diesen Momenten fühlt sich sogar ein robuster Landarzt
der Ohnmacht nahe.
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