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Was
den Menschen zu Patienten macht
Die unterschiedlichsten Motive führen eigentlich normale
Menschen zu dem Entschluß, sich um einen Arzttermin zu bemühen.
Da quält ein
akutes Leiden. Oder es ist lediglich eine Verstimmung, ein Verdacht
- aber lieber auf Nummer Sicher und mal durchchecken lassen. Oder
es möchte jemand einen anderen Arzt ausprobieren. Und natürlich
der Wunsch nach dem Gelben Schein, dem Formular, das
die Arbeitsunfähigkeit bescheinigt. Oder ein paar köstliche
Massagetermine auf Kassenkosten. Doch findet der Arzt partout
keine Rechtfertigung für einen dieser Dienste, grämt
sich wahrscheinlich der Patient. Auf eine Empfehlung in dessen
Bekanntenkreis kann der Doktor dann kaum bauen, denn: Wer
nicht krankschreibt, taugt nichts!.
Bunte
Gruppe im Wartezimmer
Doch halt, keine Verallgemeinerungen. Sie sind schon sehr individuell,
die Patienten. Hat es dann geklappt, der Termin beim Arzt ist
endlich erreicht, geht's erst einmal ins Wartezimmer. Vielerorts
macht es seinem Namen alle Ehre: ... Schließlich ist nach
dem linken auch das rechte Bein der Müdigkeit erlegen und
eingeschlafen. Links bellt ein Husten, rechts leuchtet ein hochroter
Kopf und an der Tür warnt das obligatorische Plakat der Ortskrankenkasse
vor den Folgen fetten Essens. Der da hinten leidet wohl an Heuschnupfen
und niest im Takt mit dem Ticken der Wanduhr. Wohl dem, der ein
gutes Buch dabei hat oder beizeiten das Stricken erlernte. Doch
zum Glück gibt es in einem anständigen Wartezimmer jenes
Sammelsurium vielfach gelesener Zeitschriften. Bis der Sitznachbar
das begehrte Magazin ausgelesen hat, schnell einen flüchtigen
Blick in die vorletzte Ausgabe des Sperrmüllkalenders geworfen.
Und auch vor Frauen im Spiegel, goldenen Blättern und wirklich
wahren Geschichten wird nicht mehr halt gemacht, wenn die Zeit
lang wird. Wie peinlich, jetzt knurrt auch noch vernehmlich der
Magen. Obwohl eben erst zwei Stunden seit dem vereinbarten Termin
vergangen sind.
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Der
Nächste bitte
Der Nächste bitte - ein Blick in die Runde, tatsächlich,
niemand protestiert und schon geht es durch die ledergepolsterte
Tür in das Sprechzimmer. Der Stuhl dort ist etwas bequemer
und der Blick wandert kurz von der Bücherwand über den
Medikamentenschrank zur Ablage mit den vielen merkwürdigen
Utensilien. Das Etappenziel ist erreicht.
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